Fritz-Reuter Eiche und Stein

Koordinaten Breite: 54.350613° Länge: 12.388922°

Link zur Google Karte: https://goo.gl/RLRDH8

Lageplan der Fritz Reuter Eiche bei Google Maps

Google Karte zur Lage der Fritz Reuter Eiche in Wustrow

Fotoquelle: Google Maps

Zum 100. Geburtstag von Fritz Reuter wurden zum Gedenken an den plattdeutschen Schriftsteller in ganz Deutschland Eichen gepflanzt (Gedicht siehe unten) und Reutersteine aufgestellt. 

Auch bei uns in Ostseebad Wustrow auf dem Fischland wurde eine solche Eiche am Park gepflanzt und daneben ein Findling aufgestellt.

Beides ist heute noch im Park zu finden. Man kommt dort hin, entweder bei einer Wanderung durch den Park, oder auch auf dem Deich. Die Eiche ist mittlerweile groß geworden, der Sockel wohl zerstört und der Stein etwas im Erdreich versunken. 

Wer an den Dichter denken will, direkt daneben gibt es eine Sitzgelegenheit mit einem Tisch. Hier kann man sich gemütlich hinsetzen und vielleicht ein Buch von Fritz Reuter dazu lesen. 

Eiche von Fritz Reuter Fritz Reuter Eiche Gesamtansicht Fritz Reuter Eiche mit Stein Fritz Reuter Stein Fritz Reuter Findling mit Eiche

Wer war Fritz Reuter?

Fritz Reuter gezeichnet von Kriehuber

Bildquelle: Wikipedia

Fritz Reuter wurde am 7. November 1810  in Stavenhagen in Mecklenburg geboren. Seine Kindheit und Jugend ähnelt in vielem, was man von der heutigen Jugend so denkt. Keine Lust in die Schule  zu gehen und etwas zu lernen, viel Alkohol, Prügeleien und mangelnde Disziplin. 

Trotzdem schaffte er es 1831 sein Reifezeugnis zu erhalten. Zunächst studierte er Jura in Rostock. 1832 studierte er in Jena weiter. Dort wurde er Mitglied der Allgemeinen Burschenschaft und ihrer radikalen Richtung "Germania". Dort ging es vor allem um den Zusammenschluss zu einem geeinten Deutschen Reich. Deutschland bestand zu diesem Zeitpunkt noch aus vielen kleinen Fürstentümern. Die Revolution von 1848 war auch ein großer Verdienst solcher Burschenschaften. Übrigens die Farben der Burschenschaft Schwarz, Rot und Gold, wurden seit damals zu den deutschen Nationalfarben und sind es bis heute geblieben. 

Von der Obrigkeit war man vom Konzept  der Burschenschaften wenig begeistert und so wurde Fritz Reuter 1833 auf dem Weg nach Stavenhagen in Berlin festgenommen. Im Jahre 1936 wurde er wegen „Teilnahme an hochverräterischen burschenschaftlichen Verbindungen in Jena und Majestätsbeleidigung“ zum Tode verurteilt. Normalerweise könnte hier die Geschichte enden - tut sie aber nicht. Gleichzeitig mit der Zustellung des Urteils wurde Fritz Reuter zu 30 Jahren Festungshaft begnadigt. Ja, so nett waren die Leute damals. Noch netter war aber der damalige Großherzog von Mecklenburg, welcher sich dafür einsetzte, dass die Festungshaft auf acht Jahre reduziert wurde. Zuletzt saß er in der Festung Dömitz ein.

1840 entlassen ging es auch nicht gerade erfolgreich weiter. Eine erneute Studienaufnahme klappte nicht, sein Vater hatte ihn enterbt und im Bereich der Landwirtschaft hatte er auch kein Erfolg. 

So arbeitete er dann fortan als Privatlehrer und Redakteur. Zwischendurch hat er noch schnell die Tochter vom Pastor geheiratet. Leider blieb die Ehe kinderlos. Vermutlich hatte seine Männlichkeit unter dem Suff und der Festungshaft gelitten und seine Frau Luise war mit 34 Jahren für diese Zeit bereits steinalt. Heute wäre dies sicherlich kein Problem mehr gewesen.

Aber nun kommt es: Fritz Reuter begann zu Schreiben. Das war nichts Besonderes, jedoch schrieb er später, statt auf Hochdeutsch - in Niederdeutsch (Plattdeutsch). Das kam sehr gut an und Fritz Reuter wurde bekannt und später berühmt. 

Übrigens gibt es viele Begriffe im Hochdeutschen, welche aus dem Plattdeutschen übernommen wurden, die auch Du kennen wirst:

  • Mettwurst
  • Spuk
  • verrotten
  • Möwe
  • Bernstein
  • Ufer (Hochdeutsch müsste man Gestade sagen)
  • schlingern usw. 

1853 hatte er mit dem Buch "Läuschen un Rimels" (nein, handelt nicht von Läusen) seinen ersten Hit und gewann immer mehr Follower. 1856 zog er in die Stadt Neubrandenburg und arbeitete dort als freier Schriftsteller. Sieben Jahre blieb er dort (Neubrandenburger Jahre), welche sich als seine erfolgreichsten erweisen sollten. Seit dem Jahre 1859 wurden seine Werke vom bekannten Verlag Dethloff Carl Hinstorff verlegt, den es auch heute noch gibt.

1863 verlieh ihm die Universität Rostock die Ehrendoktorwürde (wie man sieht, geht es auch ohne abgeschlossenes Studium). Im selben Jahr, warum auch immer, zog er mit seiner Frau in die Stadt Eisenach und ließ sich eine tolle Villa im Neorenaissancestil erreichten. Diese beherbergt heute das Reuter-Wagner Museum. Vielleicht wollte er nach so vielen Jahren flaches Land gerne in die Berge. Auf jeden Fall waren seine Werke Bestseller und hatten das Ehepaar Reuter reich gemacht. 

Fortan widmete er sich gerne seinem Garten und verstarb 1874 an den Folgen eines Schlaganfalls. Fritz Reuter wurde 63 Jahre alt. Vermutlich wäre er viel älter geworden, wenn er nicht dem Alkohol so zugetan gewesen wäre. An seiner Alkoholsucht hatte vor allem seine Frau Luise zu leiden. Diese verstarb 1894, also 20 Jahre später. Beide Gräber sind auf dem Friedhof in Eisenach zu finden. 

Ein sehr bekanntes Gedicht von Fritz Reuter ist "Der Eichenbaum", natürlich auf Platt. Einen Eichbaum hatte Fritz Reuter auch 1865 als Andenken an seine gestorbenen Eltern in Stavenhagen gepflanzt. 

"De Eekboom"

Ick weet enen Eekboom, de steiht an de See,
De Noordstorm, de bruust in sein Knäst,
Stolt reckt he de mächtige Kroon in de Höh,
So is dat al dusend Johr west,
Keen Minschenhand,
De hett em plant,
He reckt sick von Pommern bet Nedderland.

Ik weet enen Eekboom vull Knorr’n un vull Knast,
Up den fött keen Biel nich un Äxt.
Sein Bork is so rug, un sein Holt is so fast,
As wär he mol bannt un behext.
Nix hett em daan,
he ward noch stahn,
Wenn wedder mal dusend von Johren vergahn.

Einige Bücher von Fritz Reuter bei Amazon:

 

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