Muscheln am Ostseestrand vor Ostseebad Wustrow auf dem Fischland

Gerade nach Stürmen kann man manchmal unzählige Muscheln am Ostseestrand und speziell am Strand von Wustrow finden. Aber auch an normalen Tagen werden immer wieder Muscheln an Strand gespült. Sie dienen hauptsächlich den Seevögeln als Nahrungsquelle, vor allem dann, wenn sie nicht gerade Fischbrötchen von den Touristen stibitzen können. 

Die Muschel besteht meist aus zwei Schalen. In ihnen verborgen sitzt das Muscheltier. Dieses haftet sich z. B. an Steine, Buhnen oder verankert sich im Sand und öffnet dort ein wenig ihre Schalen, um Algen usw. aufnehmen zu können. Starke Stürme könne sie aus ihrer Verankerung reißen und schließlich werden sie ans Ufer gespült. Für Vögel wie Möwen sind sie ein Leckerbissen und so findet man meist nur die Schalen am Ufer. Muscheln gehören zu den Wirbellosen Tieren. 

Welche Arten von Muscheln sind vor Wustrow am häufigsten zu finden:

Sandklaffmuschel (Mya arenaria):

Ostsee Sandklaffmuschel - Muschel von oben

Vor Wustrow so etwa bis 8 cm lang. Meist weiß bis leicht gelblich. 

Diese Muschel wurde höchstwahrscheinlich von den Wikingern aus Amerika in die Nord- und Ostsee eingeschleppt und ist die größte Muschel auf dem Fischland. Wenn sie noch jung ist, kann sie sich am Meeresboden selbständig fortbewegen. Später gräbt sie sich bis zu 30 Zentimeter ein und verliert dann die Fähigkeit der Fortbewegung. Stattdessen entwickelt sie ein röhrenartigen Sipho, mit dem die Muschel Nahrung aus dem vorbeiströmenden Wasser herausfiltern kann. 

Die jetzige Ostsee wurde nach ihr benannt und heißt derzeit wissenschaftlich "Mya Meer" (Sandklaffmuschelmeer). Vorher hieß sie Limnea Meer (Brackwasserschneckenmeer) und Littorina Meer (Strandschneckenmeer) usw. 

Die Sandklaffmuschel ist besonders nach starken Stürmen in großer Anzahl vor Wustrow am Strand zu finden. Bei normalen Winden findet man sie eher selten. Das liegt daran, dass sie weiter draußen im Meer eingegraben sind. Der Sturm muss dann schon stark sein, um die Muscheln tief im Wasser aus ihrer Verankerung zu reißen. Dann liegt sie dann dafür aber oft in großen Mengen am Strand und machen den Spaziergang zu einem echten Erlebnis. Die Schalen sind hier auf dem Fischland meist reinweiß und die Muschel ist recht groß. Wenn man mit dem Fuß darauf tritt, dann zerplatzen sie mit einem recht lauten Knack-Geräusch.  Für die Möwen sind sie ein gefundenes Fressen. Da die Schalen leicht geöffnet sind (daher der Name Sandklaffmuschel), haben diese es leichter an das Fleisch der Muschel zu kommen. Daher sitzen die Möwen dann auch in Scharen am Ufer an den Muscheln. Diese sollte man den Möwen dann auch überlassen und nicht verscheuchen. 

Gegessen werden diese Muscheln bei uns nicht. Allerdings in den Vereinigten Staaten von Amerika hingegen schon. 

Ostsee Sandklaffmuschel - zwei Sandklaffmuscheln von oben Ostsee Sandklaffmuschel - zwei Sandklaffmuscheln von innen, rechts unten ein kleiner Bernstein Ostsee Sandklaffmuschel - Sandklaffmuschel Draufsicht Ostsee Sandklaffmuschel - Ansicht des Inneren

Ostsee Sandklaffmuschel - große Mengen Muscheln nach einem Sturm am Ufer

Massenhaftes Auftreten der Sandklaffmuschel am Strand vor Wustrow nach einem großen Sturm Weihnachten 2013.

Ostsee Sandklaffmuschel - großes MuschelfeldOstsee Sandklaffmuschel - tausende Muscheln zusammenOstsee Sandklaffmuschel - leere Muscheln


Gemeine Miesmuschel (Mytilus edulis):

Die Miesmuschel wird auf dem Fischland etwa bis 6 cm groß. 

Miesmuscheln gibt es in großer Anzahl an Buhnen oder Steinen bis in eine Tiefe von 130 Metern. Man erkennt sie schnell an der länglichen Form und der schwarzen oder braunen und silbernen Farbe.  Sie heftet sich massenhaft an Buhnen, Steine, Metall und filtern die Nahrung aus der Strömung. Bei starken Stürmen werden sie abgerissen und liegen dann in Massen am Strand und zur Freude der Möwen. 

Miesmuscheln werden auch in unseren Breiten gegessen. In der Regel aber eher an der Nordsee, wo sie durch den höheren Salzgehalt größer werden.  

Miesmuscheln an der Ostsee - mehrere Miesmuscheln im Sand Miesmuscheln an der Ostsee - zwei geschlossene Miesmuscheln Miesmuscheln an der Ostsee - einzelne geschlossene Miesmuschel von der Seite Miesmuscheln an der Ostsee - geöffnete Miesmuschel


Gemeine oder Essbare Herzmuschel (Cerastoderma edule)

Herzmuscheln an der Ostsee - zwei einzelne Herzmuschelschalen

Diese Muscheln sind an der Ostsee sehr klein, jedoch aufgrund Ihrer Form eines kleinen Herzen bei den Sammlern äußerst beliebt. Zudem sind sie recht fest und gehen bei einer Verarbeitung nicht ganz so schnell kaputt. 

Sie lebt im Sand in einer max. Tiefe von 10 Metern. Dort gräbt sie sich an der Oberfläche so etwa bis 5 cm ein und wartet auf Nahrung. 

Herzmuscheln werden gegessen, wobei diese auf dem Fischland dafür zu klein sind. 

Herzmuscheln an der Ostsee - große Mengen von Herzmuscheln nach einem Sturm Herzmuscheln an der Ostsee - Herz- und andere Muscheln am Ufer Herzmuscheln an der Ostsee - einige Herzmuschelschalen  Herzmuscheln an der Ostsee - zwei zusammenhängende Herzmuschelschalen von oben Herzmuscheln an der Ostsee - zwei zusammenhängende Herzmuschelschalen von unten


Baltische Plattmuschel (Limecola balthica)

 Baltische Plattmuschel

Die Baltische Plattmuschel ist im Gegensatz für Sandklaffmuschel sehr unscheinbar und meist nicht so einfach zu finden. Sie wird  in der Ostsee bis zu 3 cm groß und kommt in Wassertiefen von bis zu 200 Metern vor. Neben der Bezeichnung Baltische Plattmuschel wird sie auch Rote Bohne, bzw. Baltische-, Nordische Tellmuschel genannt. 

Sie gräbt sich gewöhnlicherweise 4-10 cm in den sandigen Meeresboden ein und hat zur Nahrungsaufnahme auch einen Einströmsipho. 

Die Farben der Muscheln variieren von weiß, über rot bis hin zu gelb. Deshalb auch der Name "Rote Bohne". Man findet sie meist mit intakten Schalendoppelhälften. 


Welche Schnecken kann man an der Ostseeküste und speziell auf dem Fischland finden:

Gemeine Strandschnecke (Littorina littorea ):

Gemeine Strandschnecke - Ansicht von Oben

Die Gemeine Strandschnecke ist die häufigste aller Schnecken, welche in der Ostsee vorkommen. Auch sie gehören wie die Muscheln zu den Wirbellosen Tieren. Sie wird auch Gemeine Uferschnecke, Große Strandschnecke oder Spitze Strandschnecke genannt. Ihre Höhe beträgt in der Ostsee etwa bis zu 2,5 cm. Sie lebt in der Ostsee in Tiefen bis zu 15 Meter an geschützten Bereichen mit Steinen. Sehr gerne auch an Molen, Buhnenreihen oder Muschelbänken. Dort kriecht sie über den Meeresboden und frisst Algen von den Steinen und Muscheln. Für die Muscheln ist es eine große Hilfe, den lästigen Algenbewuchs loszuwerden.  

Interessant ist die Fähigkeit drei bis vier Wochen auch ohne Wasser auszukommen, indem sie sich verkapselt. Sie ist in der Lage, dann Sauerstoff aus der Luft mit speziellen Organen zur Atmung aufzunehmen. Also beim Sammeln wirklich nur die leeren Gehäuse mitnehmen. 

Wie alle Schnecken sondert sie einen Schleim ab, auf dem sie entlanggleiten kann. 

Die Gemeine Strandschnecke kann gegessen werden, dies wird an der Ostsee jedoch nicht praktiziert, jedoch in Frankreich und Gebieten der Britischen Inseln. Hier ein Rezept von Thomas Gerlach

Die Gemeine Strandschnecke findet man üblicherweise in größerer Zahl nach Stürmen am Ufersaum. Die Gehäuse scheinen jedoch nicht sehr fest zu sein, denn diese sind oft bereits kaputt. 

Gemeine Strandschnecke - zusammen mit anderen Muscheln Gemeine Strandschnecke - Unterseite der Strandschnecke


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